Bloggedanken

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Ich habe eigentlich total Lust zu bloggen. Ich möchte gern wieder meine Gedanken, meine Schreibupdates, Leseentdeckungen und manchmal auch einfach ein bisschen was aus meinem Alltag in die Weiten des Internets hinausposaunen und darüber mit anderen in Kontakt kommen.

Aber irgendwie hakt es.

Auf Rezensionen habe ich keine rechte Lust und schiebe sie immer vor mir her, abgesehen davon lese ich derzeit immer noch nicht wirklich viel und habe entsprechend auch nicht wirklich viel zu berichten.

Beim Schreiben weiß ich nicht so recht, was daran für andere interessant sein könnte – „Bin jetzt bei 64.303 Wörtern“ ist … langweilig. – Schnipsel posten? Aber welche? Und möglichst ohne zu spoilern! – Details über die Charaktere, Hintergrundkram? Will das jemand wissen, der*die das Buch noch nicht gelesen hat? – Meine Schreibroutine? Gibt’s nicht. Manchmal schreibe ich, dann wieder wochenlang nicht. Ich zünde mir keine Kerze an und habe auch keine Playlists, weil ich Musik beim Schreiben nicht gebrauchen kann, das lenkt mich total ab. – Meinen Schreibtisch wollte ich vielleicht mal herzeigen, aber den muss ich vorher erst mal soweit shipshape machen, dass ich mich erstens nicht schäme und zweitens nicht irgendwelche privaten Dinge im Internet zu sehen sind. Außerdem ist das ja auch nur ein Beitrag.

Gedanken hab ich viele – aber zum einen kommen mir die nur dann geistreich vor, wenn sie rein in meinem Kopf herumschwirren und sind eher platt, wenn ich sie aufschreibe, und zum anderen bin ich mir nicht sicher, ob ich das meiste davon wirklich in die Welt hinausrufen möchte. Das ist ja irgendwie auch immer ein bisschen Seelenstriptease.

Und Alltag … naja. Ähnliches Phänomen.

Also lasse ich den Blog vor sich hin kümmern und tauche nur kurz zu Konstanzes Lesesonntagen mal aus der Versenkung auf – wenn ich denn daran denke und sie nicht wie den letzten wieder mal verpasse.

Und das ist einfach blöd. Letztendlich (Achtung, Seelenstriptease!) ist das alles wieder mal mein ewiges Problem: Ich denke zu viel nach und mache zu wenig. Habe mal den schönen Spruch gelesen: „Machen ist wie wollen. Nur krasser.“ 😉 Vielleicht ist es an der Zeit, mir das auch in Bezug auf diesen Blog und diese Website allgemein mehr zu Herzen zu nehmen und einfach mal zu machen. Dinge zu wagen, unperfekte und undurchdachte Dinge in die Welt zu schicken, einfach mal zu schreiben und kommen zu lassen, was da eben kommen will, und wenn es dann mäandert – so what? Und wenn ich Dinge erzähle, die keinen interessieren, ist das schließlich auch egal – es muss ja keiner lesen, ich muss hier ja kein Geld durch Klicks verdienen oder so (im Gegenteil, der Webspace kostet, ohne dass ich ihn so richtig nutze …), aber ich wollte es eben erzählen, also tu ich das eben, und der nächste Beitrag ist dann vielleicht wieder interessanter.

Was ich aber dringend machen möchte, ist, mich mehr in der Blogosphäre zu tummeln und zu gucken, was andere Leute so machen. Kontakte zu knüpfen. Im Moment schreibe ich hier halt auch faktisch für zwei oder drei Leute, und so sehr ich mich freue, dass diese treuen Seelen die Hoffnung nicht aufgeben und immer wieder hier reinschauen – so richtig befriedigend ist das so auch nicht. Vielleicht brauche ich auch einfach mehr Input. Früher waren es ja gerade die Challenges und Aufgaben und blogübergreifenden Spielchen und Fragen, die mich motiviert und eben auch den Austausch befördert haben. Gibt’s sowas überhaupt noch?

Vielleicht sind Blogs auch einfach eine aussterbende Gattung – heutzutage findet halt alles auf TikTok und YouTube statt. Aber mich vor eine Kamera zu setzen, ist nun mal gar nicht meine Welt. Ich besitze zwar sogar einen YouTube-Kanal, aber nur deshalb, weil ich Anno 2017 fasziniert mein neues Aquarium mit seinen Zwerggarnelen und Schnecken gefilmt habe und dieses kurze Zusammenschnittvideo dann (auf privat gestellt) mit Familie und Freunden teilen wollte. 😉

So. Mäandern vorbei. Ich hab’s mal aufgeschrieben – und in den Kosmos hinausgerufen (oder zu Neyasha und Konstanze 😉 ). Einfach gemacht. Ein bisschen sinnlos und uninteressant, aber ich möchte diesen Beitrag mal als Startpunkt nehmen und als Erinnerung und Ermutigung: Sowas sollte ich doch wirklich ab und zu mal hinkriegen zu posten. Vielleicht wenigstens einmal im Monat. Nehme ich mir mal vor – mal sehen, wie es klappt. Aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben. 😉

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Konstanze

    Ich glaube nicht, dass Blogs eine aussterbende Gattung sind – zumindest habe ich den Eindruck, dass sich so einige Personen wieder ihrer Blogs erinnert haben, nachdem Twitter für sie nicht mehr als „Hauptplattform“ funktionierte. So ein Blog ist eben deutlich unabhängiger von den Launen eines Serviceanbieters und viel mehr in der Hand der Person, die ihn betreibt. Aber ich fürchte langsam wirklich, dass der Austausch, der früher das Bloggen so spannend und unterhaltsam gemacht hat, inzwischen ausstirbt. Es wird wohl noch gelesen, aber es wird nicht mehr kommentiert. Was eben auch die ganzen Aktionen, die es früher gab, inzwischen ziemlich sinnlos erscheinen lässt und dazu führt, dass da das meiste eingeschlafen ist.

    Die „es muss ja keiner lesen“-Haltung finde ich persönlich sehr befreiend beim Bloggen und meiner Erfahrung nach lässt sich nie vorhersagen, was andere Personen interessant finden könnten. Also wäre meine Reaktion auf deine Gedanken: Blog einfach was dir durch den Kopf geht, schau wie du dich damit fühlst, lasse den Perfektionismus los und guck was passiert. 😉

    1. Birthe

      Danke für deine Reaktion und Ermutigung! 🙂

      Hm, das mit dem aussterbenden Austausch ist spannend – ich muss ja gestehen, dass ich mich da auch an die eigene Nase fassen muss (was ich ja auch gerne ändern möchte). Irgendwie ist die Lust am Kommentieren bei mir auch sehr zurückgegangen. Vielleicht liegt es daran, dass man so gewöhnt ist, einfach nur schnell ein Like irgendwo drunter zu pappen oder einen entsprechend ausdrucksstarken Emoji bei Messenger-Apps. Vielleicht das gleiche Phänomen wie bei mir beim Lesen und beim Serien schauen, wo ich oft das Gefühl habe, ich will mich nicht so tief in irgendwas reindenken, lieber etwas, was nur kurz meine Aufmerksamkeit fordert – ein YouTube-Video, ein kurzer Artikel, der schnelle Dopamin-Kick halt. Um auf einen Blogartikel zu reagieren, muss man sich wirklich damit auseinandersetzen und kann ihn nicht nur schnell überfliegen …

      1. Konstanze

        Ja, es ist definitiv einfacher mal eben ein Emoji als „Reaktion“ zu schicken. Auf der anderen Seite finde ich persönlich als Empfängerin das immer frustrierend, weil es so wenig Spielraum für eine Gegenreaktion gibt. *g*

        Ich merke bei mir auch, dass ich deutlich weniger und weniger schnell kommentiere, weil es inzwischen eben kaum noch zu Gesprächen in den Kommentaren kommt und es mehr ein „ich war da“ geworden ist. Die wenigen Blogger, bei denen ich noch regelmäßig kommentiere, kenne ich inzwischen auch seit so vielen Jahren, dass es da relativ wenig Spielraum für weiteres Kennenlernen gibt – und das war früher immer etwas, wo es zu mehr Austausch kam. Es ist schwierig, aber solange wir uns weiterhin alle bemühen, besteht ja noch Hoffnung. 😉

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